P.E.G. aktuell - VKD betont zentrale Rolle der Kliniken im Gesundheitssystem
Dienstag, 21. Dezember 2010Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 21. Dezember 2010 gelesen, hier folgende Meldung:
Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) hat zum Jahresende noch einmal auf die verschärfte Finanzlage der Krankenhäuser hingewiesen und gleichzeitig eine stärkere Einbeziehung des Klinikmanagements in Strukturveränderungsprozesse im Gesundheitssystem gefordert. Die zentrale Rolle der Krankenhäuser in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung dürfe nicht unterschätzt werden.Mit dem Inkrafttreten des GKV-Finanzierungsgesetzes zum 1. Januar 2011 würden den Kliniken bei erneut steigenden Tarifen wieder neue Sparanstrengungen abverlangt, die Budgets auf eine minimale Steigerung begrenzt, vereinbarte Mehrleistungen mit hohen Abschlägen von 30 Prozent bestraft. „Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben klafft wieder weiter auseinander. Das führt immer mehr zu einer bedrohlichen Situation für viele Krankenhäuser“, warnte der VKD in einer Mitteilung. Gleichzeitig kämen die Bundesländer ihrer Investitionspflicht weiter nicht nach. Zwischen 2000 und 2008 hätten sie die staatlichen Fördermittel um rund 700 Millionen Euro von 3,4 auf 2,7 Milliarden Euro reduziert. Das entspreche einem Minus von 21 Prozent. Schon heute finanzierten die Krankenhäuser mehr als die Hälfte aller Investitionen aus anderen Quellen, 36 Prozent aus Eigenmitteln. Angesichts des Sparprogramms werde diese Quote in den kommenden Jahren kaum zu halten sein.
Aber auch die schwierige personelle Situation schlägt laut dem VKD in den Kliniken immer stärker zu Buche. So habe in einer Reihe von Häusern der Ärztemangel inzwischen wirtschaftlich bedrohliche Ausmaße angenommen. Das von Bundesgesundheitsminister Rösler angekündigte Versorgungsgesetz zur Bekämpfung des Ärztemangels begrüßte der Verband zwar, warnte aber auch davor, sich hier allein auf den niedergelassenen Bereich zu konzentrieren. Schon heute seien die Krankenhäuser die Garanten der Gesundheitsversorgung in vielen ländlichen Regionen und außerhalb der Sprechzeiten niedergelassener Ärzte auch in den Städten. 2009 seien rund 10,7 Millionen ambulante Notfälle in den Allgemeinkrankenhäusern ab 50 Betten behandelt worden, etwa 20 Fälle pro Krankenhaus pro Tag im Durchschnitt. Auf 100 stationäre Fälle kämen bereits 63 ambulante, vor allem nachts und an den Wochenenden. Die Politik forderte der VKD vor diesem Hintergrund auf, die zentrale Rolle der Kliniken auch in neuen Gesundheitsstrukturen zu beachten.
Um innovative Versorgungsideen entwickeln und umsetzen zu können, müssten Sektorenegoismen beiseite gelassen werden und die Infrastruktur insgesamt bedacht werden. Das schönste ländliche Krankenhaus, die schönste Landarztpraxis locken junge Ärztinnen und Ärzte oder Pflegende nicht, wenn es keine ordentliche Schule in der Nähe gibt, keine Einkaufsmöglichkeiten und wenn die Verkehrinfrastruktur mangelhaft ist“, so der VKD. In einigen Bundesländern seien gute Programme auf dem Weg, aber auch hier liege de Konzentration zum Teil zu sehr auf den niedergelassenen Ärzten und werde die Rolle der Krankenhäuser unterschätzt. „Das Krankenhausmanagement fordert, stärker einbezogen zu werden“; sagte VKD-Präsident Heinz Kölking gestern in Berlin. nur gemeinsam könne es gelingen, das nachweislich hohe Niveau des Gesundheitswesens sowie die Wertschätzung und das Vertrauen der hier Arbeitenden zu erhalten.
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