Artikel mit ‘Gesundheitspolitik’ getagged
Dienstag, 17. Januar 2012
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 17. Januar 2012 gelesen, hier folgende Meldung:
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (beide FDP) haben gestern wie angekündigt den Referentenentwurf für das geplante Patientenrechtegesetz vorgelegt. Es soll die Rechte von Patienten erstmals in einem einheitlichen Gesetz bündeln und stärken, das Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient ausgleichen und Klarheit und Verlässlichkeit bringen. Während die Opposition Kritik übte, begrüßte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller (CSU) den Entwurf. Er stärke die Patienten und gebe dem gegenseitigen Vertrauen von Patienten, Krankenkassen und Ärzten ein neues und zeitgemäßes Fundament.
Konkret regelt das im Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschriebene Gesetz, dass Patienten künftig verständlich und umfassend über alles von Behandlungsschritten über Diagnosen bis zu Kosten und Erstattungsfähigkeit informiert werden müssen. Weiter sollen anders als bisher persönliche Gespräche vor Eingriffen Pflicht sein, die schriftliche Aufklärung nicht mehr genügen. Auch vollständige und sorgfältig geführte Patientenakten und das Recht auf Akteneinsicht sind vorgesehen. Mehr Transparenz soll es für Haftungsfälle geben, Beweiserleichterungen für bestimmte Fallgruppen wie etwa grobe Behandlungsfehler oder das sogenannte voll beherrschbare Risiko, das heißt wenn ein allgemeines Risiko eintritt, dass der Behandelnde voll beherrscht.
Schließlich haben Versicherte künftig einen Anspruch, genehmigungspflichtige Leistungen ohne vorherige Erlaubnis in Anspruch nehmen zu können und erstattet zu bekommen, wenn die Krankenkasse sich mit der Entscheidung zuvor mehr als drei Wochen Zeit gelassen hat. Zudem müssen die Kassen ihren Versicherten bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen helfen, auch mit Unterstützungsleistungen wie medizinischen Gutachten. Kliniken und Ärzten wiederum müssen ein patientenorientiertes Beschwerdemanagement einrichten und eine Fehlervermeidungskultur etablieren.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen reagierte enttäuscht auf den Entwurf. „Wir haben uns mehr erhofft. Es gießt lediglich bestehendes Richterrecht in Gesetzesform“, kritisiert Vorstandschef Gert Billen heute. Dennoch begrüßte er, dass nach mehr als 20 Jahren Diskussion die Patientenrechte erstmals gesetzlich fixiert werden sollten. Erheblichen Nachbesserungsbedarf gebe es aber vor allem bei Behandlungsfehlern. Die Beweislastumkehr bei groben Fehlern sei bereits Standard in der Rechtsprechung, dafür fehlten die verbindliche Einbeziehung von Patientenvertretern in außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren und verbindliche Standards zur Sicherstellung der Qualität und Unabhängigkeit medizinischer Gutachten. Ausdrücklich lobte der Verband hingegen, die Konkretisierung der ärztlichen Aufklärungsplichten vor einer Behandlung, die Einführung eines patientenorientierten Beschwerdemanagements und Fehlerberichtssystems, was zur Steigerung der Patientensicherheit in Krankenhäusern führen könne, und dass der Behandlungsvertrag endlich seinen gebührenden Platz im Bürgerlichen Gesetzbuch erhalten solle. Unverändert schlecht blieb hingegen die Vertretung von Patienteninteressen innerhalb der Entscheidungs- und Schlichtungsgremien der Krankenkassen wie auch der gemeinsamen Selbstverwaltung.
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Dienstag, 10. Januar 2012
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 10. Januar 2012 gelesen, hier folgende Meldung:
Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery sieht den Schlüssel zu weniger Arztbesuchen in der Entlastung der Mediziner von unnötigem bürokratischen Aufwand. Ein Großteil der Kontakte zwischen Arzt und Patienten seien administrative Besuche, etwa für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Verlängerungsrezepte. Die Praxisgebühr hingegen habe nicht den geringsten Steuerungseffekt, vergifte aber das Verhältnis zwischen Arzt und Patient und verursache zudem immense Kosten. „Die Praxisgebühr hat ihre Untauglichkeit bewiesen. Man sollte sie in den Orkus der Geschichte schmeißen“, sagte Montgomery dem „Focus“. Der Politik warf der Ärztepräsident vor, mit handwerklich schlechten Gesetzen aus Berlin für immer mehr Verwaltungsaufgaben zu sorgen. „In unserem System scheint es darum zu gehen, dass jeder jeden kontrolliert. Der Qualität dient das nicht.“
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Mittwoch, 04. Januar 2012
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 04. Januar 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
Der FDP-Gesundheitsexperte Lars Lindemann hat eine pauschale Gebühr pro Arztbesuch für gesetzlich Krankenversicherte ausgeschlossen. Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte er, ihm seien auch keine verantwortungsvollen Kollegen aus den Reihen der Union bekannt, die eine solche Gebühr bevorzugten. Mit der geplanten Reform der 2004 eingeführten Praxisgebühr müsse die Zahl der Arztbesuche, die in Deutschland viel zu hoch liege, gesenkt werden. Eine neue Regelung müsse aber auch gerecht sein und dürfe Patienten nicht von notwendigen Behandlungen abhalten.
Eine Option ist für Lindemann, dass Patienten die Abrechnung über ihre Behandlung ausgehändigt bekommen. Ihm geht es um mehr Eigenverantwortung und Transparenz im System. In Vorleistung treten sollen gesetzlich Versicherte aber auch künftig nicht. Dazu gebe es in der FDP „keine Überlegung“. Zugleich dürfe eine Alternative zur Praxisgebühr aber nicht zu einem Anstieg von Bürokratie und Verwaltungsaufwand führen. Gegenüber der dpa sprach er sich für eine Umorganisation des Systems aus, damit „nur für erbrachte Qualität bezahlt“ werde. Mit künftigen Reformen müssten darum mehr Qualitätskriterien entwickelt werden, damit Akteure, die diese Kriterien nicht erfüllten, aus dem System ausgeschlossen werden könnten.
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Donnerstag, 08. Dezember 2011
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 08. Dezember 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
CSU-Gesundheitsexperte und Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer hat vor den Folgen der geplanten Änderung der Europäischen Beruferichtlinie durch die EU-Kommission gewarnt. „Die Kommission und die meisten EU-Staaten wollen, dass nicht mehr zehn, sondern zwölf Schuljahre zur verpflichtenden Voraussetzung für Gesundheitsberufe werden“, sagte Singhammer der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Zehn Jahre seien ausreichend. Die Heraufsetzung würde zudem den bereits bestehenden Mangel an Pflegefachkräften in Deutschland weiter verschärfen.
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Dienstag, 06. Dezember 2011
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 06. Dezember 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen stellen sich auf schwere Zeiten ein. Weil die Bundesregierung weiter an überholten Sparplänen festhalte, obwohl die Kliniken ihren Sparbeitrag im laufenden Jahr mehr als erfüllt hätten, werde sich die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser im kommenden Jahr weiter verschlechtern, warnte der Präsident der Landeskrankenhausgesellschaft Hans Rossels gestern in Neuss. Nahezu stagnierenden Einnahmen stünden steigende Löhne gegenüber. Würden die entsprechenden Tarifabschlüsse nicht refinanziert, „wird es zu einem größeren Abbau von Personal in den Krankenhäusern kommen“, so Rossels. Die einhergehende Arbeitsverdichtung und Unzufriedenheit wiederum würde zu einer Abnahme der Attraktivität der medizinischen Berufe führen, was einen eklatanten Personalmangel und damit auch eine Beeinträchtigung der Patientenversorgung zur Konsequenz habe.
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Donnerstag, 01. Dezember 2011
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 01. Dezember 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
Die Mitgliederversammlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hat gestern in Berlin einen neuen Präsidenten gewählt. Die große Mehrheit der Stimmen entfiel auf Alfred Dänzer, der nun zum 1. Januar 2012 den bisherigen Amtsinhaber Rudolf Kösters ablöst. Dänzer, der Sprecher der Geschäftsführung der Universitätsmedizin Mannheim ist, gehört seit 2008 Vorstand und Präsidium der DKG und ist seit 2009 auch stellvertretender Vorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft.
Zu seinen Stellvertretern wurden erneut der Chef der privaten Rhön-Klinikum AG Wolfgang Pföhler und erstmals der Vizepräsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe Ingo Morell bestimmt.
Der scheidende Präsident Rudolf Kösters, langjähriger Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Münster, wird nach fünf Jahren an der Spitze der DKG künftig als Ehrenpräsident amtieren.
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Montag, 28. November 2011
Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 28. November 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
In Magdeburg werden am kommenden Dienstag 196 Paletten des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe vernichtet. Wie das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt am Freitag mitteilte, werden die 16 Millionen Impfdosen, deren Verfallsdatum überschritten ist, in einem Müllheizkraftwerk verbrannt. Für die Entsorgung fielen Kosten von rund 14.000 Euro an. Ein Verkauf der Impfstoffe ins Ausland sei wegen mangelndem Interesse nicht möglich gewesen.
Insgesamt hatten die Bundesländer im vergangenen Jahr 34 Millionen Dosen des Impfstoffes gegen die Schweinegruppe gekauft, waren aber auf rund 30 Millionen sitzen geblieben. Trotz Drängens der Länder weigert sich der Bund bis heute einen Teil der Kosten von 239 Millionen Euro zu übernehmen.
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Mittwoch, 23. November 2011
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Der Gesundheitsfonds wird nach Aussagen von Johannes Singhammer (CSU) das laufende Jahr mit einem Überschuss von drei Milliarden Euro abschließen. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, sagte der Gesundheitsexperte und Fraktionsvize der Union in der gestrigen Haushaltsdebatte im Bundestag, mit den gesetzlichen Rücklagen für Vorsorge und Sozialausgleich sei sogar ein Plus von acht Milliarden Euro möglich. „Der Zustand der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ist das glatte Gegenteil der griechischen Staatsfinanzen“, zitiert die Zeitung den Politiker.
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Donnerstag, 17. November 2011
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Die Bundesregierung hat gestern die Eckpunkte der Pflegereform beschlossen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sieht die Reform damit trotz aller Verzögerungen „im Zeitplan“ und rechnet mit einem Inkrafttreten des Gesetzes im ersten Halbjahr 2012. Den konkreten Gesetzentwurf werde sein Ministerium in den kommenden Wochen erarbeiten. „Mit der Reform stärken wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft und entlasten die Familienangehörigen“, sagte Bahr gestern im Anschluss an die Kabinettssitzung.
Die bereits vor rund eineinhalb Wochen von den Koalitionsspitzen vereinbarten Eckpunkte sehen vor, die Pflegeversicherung durch eine Beitragsanhebung von 0,1 Prozentpunkten ab 2013 finanziell besser auszustatten und dadurch auf eine nachhaltigere Grundlage zu stellen. Zudem soll eine steuerlich geförderte private Zusatzversicherung nach dem Vorbild der Riesterrente aufgebaut werden. Um die Versorgung von Demenzkranken zu verbessern, hatte bereits die Vorgängerregierung der Großen Koalition eine Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes angestrebt. Daran will auch Bahr festhalten. Noch im Laufe dieser Legislaturperiode sollen die Arbeiten am neuen Begriff abgeschlossen sein. Erleichterungen für Demenzkranke soll es aber bereits in der Übergangszeit geben. So sollen Betroffene kurzfristig zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten und Pflegebedürftige künftig zwischen Leistungspaketen und Zeiteinheiten, deren Ausgestaltung mit dem Pflegedienst vereinbart wird, frei wählen können.
Pflegenden Angehörigen will der Minister die Teilnahme an Reha-Maßnahmen erleichtern und Auszeiten ermöglichen. Zudem soll es rentenrechtlich besser berücksichtigt werden, wenn mehrere Personen gepflegt werden. Um den Grundsatz „ambulant vor stationär“ zu stärken, sollen neue Wohnformen für Demenzkranke unterstützt werden, etwa durch eine zweckgebundene Pauschale für eine Pflegekraft in einer Wohngruppe. Darüber hinaus plant Bahr die einheitliche Berufsausbildung für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege, um so die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.
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Mittwoch, 09. November 2011
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Tarife mit Selbstbehalt dürfen andere Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung nicht belasten. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in einem Grundsatzurteil entschieden und einen Tarif der Securvita BKK als gesetzeswidrig verworfen, meldet „Focus online“. Er sah je nach Einkommen einen Selbstbehalt von 200, 400 oder 600 Euro vor. Die Versicherten sollten im Gegenzug Prämien von 200, 400 oder 600 Euro erhalten. Allerdings bekamen die unteren Einkommen der mittleren Gruppe deutlich weniger Geld zurück: bei einem Monatseinkommen von 852 Euro beispielsweise nur 168 statt der versprochenen 400 Euro. Die Satzung sei nicht klar genug, monierte das BSG. Dass dies ausgerechnet die unteren Einkommen der Gruppe treffe, verstoße gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. Zudem dürfen Selbstbehalt-Tarife nur hauptversicherten Mitgliedern, nicht jedoch mitversicherten Personen angeboten werden. Deutliche Zweifel äußerte das BSG daran, dass sich der Securvita-Tarif selber trägt. Defizite zulasten anderer Versicherter seien nicht zulässig. Wegen der anderen Gesetzesverstöße konnte das BSG diesen Punkt im Fall der Securvita aber letztlich offenlassen.
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