Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 23. November 2011 gelesen, hier folgende Meldung:
Die Erwartungen der Deutschen, wie sich die Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren entwickeln wird, sind nicht rosig. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport des Finanzdienstleisters MLP hervor, für den das Allensbacher Institut für Demoskopie in der zweiten Septemberhälfte 2.262 Bürger repräsentativ befragt hat. Obwohl die Mehrheit der Bürger das Gesundheitssystem aktuell noch als gut bewertet und sich für den Krankheitsfall abgesichert fühlt und sich diese Zahlen gegenüber den Vorjahren erneut verbessert haben, ist der Ausblick in die Zukunft düster. Die Mehrheit fürchtet steigende Kosten, eine schlechtere Versorgung und eine schlechtere Absicherung.
79 Prozent rechnen für die kommenden zehn Jahre mit steigenden Beiträgen zur Krankenversicherung, genauso viele mit einer immer stärkeren Entwicklung hin zur Zwei-Klassen-Medizin. 78 Prozent gehen von höheren Zuzahlungen auf Medikamente aus, 67 von zunehmenden Schwierigkeiten, teure Medikamente überhaupt verschrieben zu bekommen. 61 Prozent fürchten, bestimmte Behandlungen aus Kostengründen nicht mehr zu erhalten und dass ihre Ärzte weniger Zeit für sie haben werden. 58 Prozent rechnen bereits damit, dass die Krankenkassen künftig nur noch eine medizinische Grundversorgung übernehmen werden. 57 Prozent bezweifeln, dass sich die Versorgung auf dem heutigen Niveau aufrecht erhalten lässt, 43 Prozent das noch genügend Ärzte zur Verfügung stehen werden. Lediglich 16 Prozent trauen dem Gesundheitssystem zu, auch in zehn Jahren noch ähnlich leistungsfähig zu sein wie heute.
Dabei stellen sich nach dem heute vorgestellten Report die Zahlen für die aktuelle Versorgungslage positiv dar. So bewerten 72 Prozent die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als gut oder sehr gut, nach 70 Prozent im Vorjahr und 59 Prozent 2008. Auch die Zahl der gesetzlich Krankenversicherten, die sich gut abgesichert fühlen, ist gegenüber den Vorjahren kontinuierlich gestiegen, von 56 Prozent in 2008 auf aktuell 64 Prozent. 68 Prozent halten die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen aktuell für ausreichend.
Ein anderes Bild bietet sich bei der Pflegeversicherung. 52 Prozent sorgen sich laut dem Report nicht ausreichend abgesichert zu sein, sollten sie pflegebedürftig werden. Vor zwei Jahren sagten dies lediglich 49 Prozent, vor vier Jahren 46 Prozent. Der gesetzlichen Pflegeversicherung misstrauen sogar 77 Prozent, nach 64 Prozent im vergangenen Jahr. Offenbar hat das Jahr der Pflege das Vertrauen der Bürger in die Sicherungssysteme eher geschwächt als gestärkt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels halten nur noch zehn Prozent das Gesundheitssystem für ausreichend auf die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet. 86 Prozent erachten hingegen eine grundlegende Reform für notwendig.
20 Prozent der Gesamtbevölkerung rechnet in den kommenden Jahren mit einem Ärztemangel, 13 Prozent sieht diesen bereits heute. Auf dem Land sind diese Werte deutlich höher, mit 29 und 20 Prozent in Städten mit weniger als 25.000 Einwohnern. In Regionen mit mehr als 750.000 Einwohnern glauben hingegen nur zwölf Prozent an einen drohenden Ärztemangel, lediglich sieben Prozent meinen diesen bereits heute zu beobachten. Auch im Ost-West-Vergleich gehen die Zahlen deutlich auseinander. So rechnen in den östlichen Bundesländern zwischen 20 und 42 Prozent mit einem Ärztemangel und erachten zwischen 29 und 43 Prozent diesen bereits für gegeben. Im Westen hingegen liegt die Spanne bei den Befürchtungen eines Medizinermangels zwischen zehn und 24 Prozent, beim bereits existenten Ärztemangel zwischen zwei und zwölf Prozent.
Gleichbleibend schlecht ist das Vertrauen der Bürger in die deutsche Gesundheitspolitik. 82 Prozent glauben nicht, dass die Politik den Auswirkungen der alternden Gesellschaft auf das Gesundheitssystem ausreichend Bedeutung beimessen. Lediglich 17 Prozent haben einen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik der Bundesregierung, nach 13 Prozent im Vorjahr, 14 Prozent 2009, und immerhin 18 Prozent 2008, also noch zu Zeiten der Großen Koalition.
Der vollständige MLP-Gesundheitsreport 2011 kann hier bestellt werden.
Weitere Informationen zum Bibliomed-Verlag finden Sie hier!