P.E.G. aktuell - Schlechtere Versorgung wegen Nebeneinander der Kassen
Mittwoch, 08. Februar 2012Wie im Newsletter der Bibliomed GmbH vom 08. Februar 2012 gelesen, hier folgende Meldung:
Die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie (DGGPP) hat beklagt, dass Demenzkranke in Deutschland nicht angemessen behandelt werden und das Nebeneinander von Kranken- und Pflegekassen dafür verantwortlich gemacht. „Solange die Politik die Alzheimer-Krankheit eher als pflegerisches Problem betrachtet und die Chancen, die eine medizinische Behandlung bietet, nicht erkennt, bleibt die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse erhalten“; sagte DGGPP-Präsident Hans Gutzmann gestern in Wiehl. Betriebswirtschaftlich sei es für die Krankenkassen nicht sinnvoll, eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen, die Verzögerung der Pflegebedürftigkeit, die Pflegekasse habe.
Auch die aktuelle Vorschlagsliste zum Finanzausgleich der Krankenkassen untereinander, dem Morbi-RSA, enthalte die Demenzen nicht. „Damit wird bestätigt, was viele Kassenvertreter hinter vorgehaltener Hand bestätigen: Demenzerkrankungen sind für die Krankenkassen kein großer Kostenfaktor“, so Gutzmann. Weil das System eine frühzeitige Diagnose und die umfassende medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlung nicht fördere, bleibe das medizinisch Notwendige und volkswirtschaftlich Sinnvolle ungetan. „Mit der Konsequenz, dass die Pflege teurer wird und die pflegenden Angehörigen körperlich, seelisch und finanziell die Hauptlast tragen, mit dem hohen Risiko selbst zu erkranken.“ In einem Brief an das Bundesversicherungsamt fordert die DGGPP die Aufnahme demenzieller Erkrankungen in den Morbi-RSA, um „eine für die Zukunft unserer Sozialsysteme wesentliche Weichenstellung nicht zu versäumen“.
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