P.E.G. aktuell - Krankengeld ist größter Kostentreiber im Gesundheitssystem
Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 11. August 2010 gelesen, hier folgende Meldung:
Das Krankengeld hat die Arzneimittelausgaben als größter Kostentreiber des Gesundheitssystems abgelöst. Das geht laut einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ aus einer aktuellen Studie des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervor. Hauptgrund für das zuletzt zweistellige Wachstum der Krankengeldausgaben sei die wachsende Zahl der älteren Arbeitnehmer, die länger und häufiger krank sind.„Vor fünf Jahren flossen pro Jahr insgesamt 154 Millionen Euro in diesen Bereich, 2009 waren es bereits 225 Millionen – das ist eine Steigerung um 40 Prozent“, zitiert die Zeitung den Vorstand der KKH-Allianz Rudolf Hauke. Auch eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) bestätigte, dass die Ausgaben für Krankengeld bis 2006 sogar leicht rückläufig gewesen wären, seitdem aber stark zunähmen. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die TK laut dem Bericht einen Anstieg der mit Krankengeld verbundenen Fehlzeiten von zehn Prozent, die Barmer GEK sogar zwölf Prozent. Damit seien nunmehr nicht länger die Ausgaben für Arzneimittel, Ärzte oder Krankenhäuser die größten Kostentreiber im Gesundheitssystem, sondern die Aufwendungen für das Krankengeld.
Begründet sei dies durch die hohe Zahl der älteren Arbeitnehmer, die nicht nur öfter, sondern auch länger krank seien als jüngere Arbeitnehmer. Zudem hätten sie häufig vergleichsweise höhere Einkommen, an denen sich das Krankengeld bemesse und entsprechend höher ausfiele.
Sorge bereitet den Kassen laut dem Zeitungsbericht aber auch der spätere Eintritt in das Rentenalter. So hätten 2008 mehr als die Hälfte der Neurentner Abschläge hinnehmen müssen, weil sie bereits vorzeitig Ruhegeld bezogen hatten. Das erhöhe den Anreiz, „die Rentenantragstellung möglichst hinauszuzögern und den Krankengeldbezug als Überbrückung bis zum Renteneintrittsalter“ zu nutzen, zitiert die Zeitung aus der Studie. Empirisch belegen könnten die Autoren dies jedoch nicht.
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Tags: Gesundheitsinfos, Krankenkassen