P.E.G. aktuell - Uni-Klinika prangern verteuerte Originale an
Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 18. Mai 2010 gelesen, hier folgende Meldung:
Deutschlands Universitätsklinika haben auf massive Preissteigerungen für im Krankenhaus verordnete patentgeschützte Medikamente hingewiesen. Die Pharmaindustrie reagiere mit den Verteuerungen auf die Ankündigung des Bundesgesundheitsministers, für Verordnungen durch niedergelassene Ärzte bei patentgeschützten Originalen die freie Preisfestsetzung durch die Hersteller zu beenden und rückwirkend einen Preisstopp festzuschreiben.
„Wir brauchen für innovative patentgeschützte Arzneimittel auch im Krankenhaus eine Deckelung der Preise wie bei den Vertragsärzten”, forderte der Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Rüdiger Strehl. Die Pharmaunternehmen dürften sich nicht auf Kosten der Uni-Klinika schadlos halten, sonst drohten „massive negative Folgen für die Versorgung schwerstkranker Patienten”. Laut VUD leiden die Universitätsklinika besonders stark unter Preissteigerungen bei patentgeschützten Originalen. Als Eingangstür für innovative Arzneimittel im deutschen Gesundheitssystem und Pilotanwender neuer, patentgeschützter Medikamente weisen die Uni-Klinika einen Anteil der Arzneimittelkosten an den stationären Gesamtausgaben von neun Prozent aus. Bei allen anderen Krankenhäusern liege dieser bei 5,1 Prozent.Die erneute Preiserhöhung entspreche vergangenen Erfahrungen, wonach Kostendämpfung bei patentgeschützten Originalen im vertragsärztlichen Sektor zu Preissteigerungen beim Einkauf eben dieser Medikamente durch die Krankenhäuser führe. Die Pharmaindustrie versuche so, Umsatz- und Gewinneinbußen zu kompensieren. Die Krankenhäuser könnten Preisschübe gegenüber den Kassen nur mit Zeitverzug und bestenfalls anteilig geltend machen und bekämen so einen erheblichen Teil der Kostensteigerungen nicht refinanziert. Um die wirtschaftliche Schieflage zu vermeiden, müsse entweder die Gabe der teuren Arzneimittel abgesetzt oder an anderer Stelle, etwa beim Personal, ausgeglichen werden. dies beeinträchtige die Versorgung Schwerstkranker in besonderer Weise.
Eine ausführliche Stellungnahme des VUD zum Gesetzesentwurf der Regierung hat der Verband auf seinen Internetseiten öffentlich gemacht.
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Tags: Krankenhaus