P.E.G aktuell - Finanz- und Personalsituation in Baden-Württembergs Kliniken angespannt

Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 14. Mai 2010 gelesen, hier folgende Meldung:

Baden-Württembergs Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen leiden zunehmend unter der angespannten Finanzlage und der Beschäftigungsentwicklung. Das zeigt eine in dieser Woche vorgestellte Umfrage der Landeskrankenhausgesellschaft (BWKG) unter den Geschäftsführungen ihrer Mitglieder. Im vergangenen Jahr konnten knapp zwei Drittel der Kliniken und nahezu drei Viertel der Reha-Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen keine Gewinne verzeichnen. Zudem gestaltet sich bei steigendem Bedarf die Suche nach qualifiziertem Personal immer schwieriger.
BWKG-Vorsitzender Thomas Reumann sieht dringenden Handlungsbedarf in der Finanzierung und der Beschäftigungsentwicklung. „Um auch künftig die bestmögliche Versorgung der Patienten sicherzustellen, brauchen die Einrichtungen eine ausreichende Finanzierung und gut ausgebildete Mitarbeiter“, sagte Reumann am Mittwoch in Stuttgart, wo der BWKG-Indikator des ersten Halbjahres 2010 vorgestellt wurde. 58,9 Prozent der Krankenhäuser im Land konnten danach 2009 keinen Gewinn erwirtschaften, 2008 waren es noch 54,3 Prozent gewesen. „Damit die Einnahmen und die Kosten der Krankenhäuser nicht immer weiter auseinander klaffen, ist es das Allermindeste, dass die durchschnittlichen Personal- und Sachkostensteigerungen von den Kassen voll finanziert werden“, forderte Reumann.
Auch die Rehabilitationseinrichtungen im Südwesten Deutschlands leiden unter angespannten Finanzlagen. 74,6 Prozent konnten 2009 wie schon im Vorjahr keine Gewinne erzielen. In der geriatrischen Rehabilitation gab gar keine einzige der befragten Einrichtungen an, schwarze Zahlen geschrieben zu haben. Nur wenig besser sieht es laut BWKG-Indikator für die Pflegeeinrichtungen aus: 71,8 Prozent verbuchten 2009 keine Gewinne, 2008 hatten dies 64 Prozent angegeben. Grund ist laut Reumann die Einstufung in die Pflegestufen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), die in Baden-Württemberg deutlich niedriger ausfalle als in anderen Bundesländern. Er forderte eindeutige Kriterien, um eine Umverteilung zu Lasten des Südwestens zu verhindern. Zudem müssten die beträchtlichen Qualitätsanforderungen, die sich im hohen Anteil an Fachkräften widerspiegelten, auch finanziert werden und die Einrichtungen von unnötigen Bürokratiekosten entlastet werden. „Die Ärzte und Pflegekräfte haben vor lauter Dokumentationsverpflichtungen immer weniger Zeit, sich um ihre eigentlichen Aufgaben – die Versorgung der Patienten und Bewohner – zu kümmern“, so Reumann.
Kritisch für die Zukunft der Einrichtungen ist aus Sicht der BWKG auch die Verbesserung der Beschäftigungsentwicklung. Zwar sei die Beschäftigung unbeeindruckt von der Finanz- und Wirtschaftskrise auf einem sehr hohen Niveau gehalten worden, es zeichne sich jedoch ab, dass es immer schwieriger werde, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. 85 Prozent der Krankenhäuser und Reha-Kliniken rechneten mit wachsenden Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Arztstellen, vier von fünf Pflegeeinrichtungen sowie jedes zweite Krankenhaus und jede zweite Reha-Klinik mit wachsenden Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Pflegestellen.

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