P.E.G. aktuell - Zusatzbeiträge: Erste Krankenkasse muss Mitarbeiter entlassen
Donnerstag, 08. April 2010Wie im Newsletter von krankenkassen-direkt vom 07.04.2010 gelesen, hier folgende Meldung:
Zusatzbeiträge: Erste Kasse muss Mitarbeiter entlassen
Die Erhebung von Zusatzbeiträgen veranlasst offenbar zahlreiche Mitglieder zum Wechsel ihrer Krankenkasse. In der Konsequenz hat nun die erste Kasse angekündigt, knapp zehn Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen.
Nach starken Mitgliederverlusten im Zusammenhang mit dem zum Jahresbeginn eingeführten Zusatzbeitrag hat die BKK für Heilberufe 41 ihrer rund 500 Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt. Dies bestätigte ein Sprecher der Kasse laut Onlineredaktion der Neuß-Grevenbroicher-Zeitung NGZ (Dienstag). Vor allem Sozialversicherungsfachangestellte müssten demnach bereits zum 01. Oktober 2010 gehen. Die meisten von ihnen seien derzeit in der Düsseldorfer Zentrale beschäftigt.
BKK Heilberufe verlor fast jedes dritte Mitglied
Anfang Februar hatte die BKK für Heilberufe angekündigt, rückwirkend ab Januar einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern zu erheben. Als erste Kasse machte sie dabei von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch, diesen auf ein Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens festzulegen. Das sind bis zu 37,50 Euro pro Monat oder 450,00 Euro jährlich. Der Zusatzbeitrag ist ausschließlich vom Mitglied zu zahlen und wird seitens der Kasse auch direkt bei ihm eingezogen. In wenigen Wochen habe die BKK daraufhin 50.000 ihrer rund 170.000 Mitglieder verloren, bestätigte der BKK-Sprecher laut NGZ.
Kassen ohne Zusatzbeiträge profitieren doppelt
Insgesamt hat die Erhebung von Zusatzbeiträgen zu einer über den Erwartungen liegenden Wechselbereitschaft der betroffenen Mitglieder geführt. Während der Berliner Tagesspiegel nach einer Umfrage von bis zu 250.000 Wechslern berichtet, haben sich laut Bild-Online seit Jahresbeginn sogar bis zu 485.000 Mitglieder eine neue Kasse gesucht. Nutznießer davon sind die Kassen, die derzeit noch keinen Zusatzbeitrag erheben müssen. Nach Medienberichten hat alleine die Techniker Krankenkasse (TK) bis zu 150.000 neue Mitglieder im ersten Quartal 2010 hinzugewinnen können, gefolgt von der Barmer GEK (100.000 Neuzugänge), der BKK FTE (56.000 neue Versicherte), der Signal Iduna IKK (22.000 Neuversicherte) und der Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit BIG (6.000 neue Mitglieder). Kassen ohne Zusatzbeitrag profitieren dabei doppelt, meint der Münchener Gesundheitsökonom Günter Neubauer. Einerseits könnten sie den Konkurrenten Mitglieder abjagen. Und zweitens seien dies auch in den meisten Fällen Versicherte, die geringe Kosten verursachten. “Diejenigen, die wechseln, sind eher die gesunden”, so Neubauer.
Zusatzbeiträge könnten Fusionprozess forcieren
Für Anbieter wie die BKK Heilberufe, die ohne Zusatzbeiträge nicht auskommen, ist dies der Super-Gau. Auch Fachleute sehen die Zukunft vieler Kassen kritisch. Zu Insolvenzen werde es zwar nicht kommen, glaubt Neubauer. Allerdings werde es in Zunkuft weitere Zusammenschlüsse geben. “Bevor eine Krankenkasse Insolvenz anmeldet, flüchtet sie lieber in die Arme eines Konkurrenten”. Am Ende des Prozesses, so schätzt Neubauer, würden neben einigen größeren AOK-Kassen nur fünf bundesweit tätige Anbieter übrig bleiben - und dazu 20-30 regionale Kassen
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