Archiv für Dezember 2009

P.E.G. aktuell - Was soll eine Krankenversicherung leisten?

Dienstag, 15. Dezember 2009

Wie im Newsletter 12/09 der gesundheitswirtschaft.info vom 15.12.2009 gelesen, hier folgende Meldung:

Welche Kosten sollten gesetzliche Krankenkassen unbedingt wieder übernehmen? Am meisten wünschen sich die Deutschen (81 Prozent der Befragten) eine vollständige Kostenübernahme bei Krankenhausaufenthalt, Reha-Maßnahmen oder häuslicher Krankenpflege. Dies ergab eine repräsentativen Forsa-Umfrage. 
An zweiter Stelle steht der Wunsch nach Kostenübernahme für Sehhilfen bei 80 Prozent der Befragten - obwohl nur 60 Prozent der Deutschen selbst eine Brille tragen. Offensichtlich haben die Versicherten auch hier nicht ausschließlich nach ihrem akuten Bedarf, sondern mit langfristiger Perspektive entschieden. Entsprechend liegt auch der Wunsch der Versicherten nach voller Kostenübernahme bei Zahnersatz mit 75 Prozent auf Platz drei.

Abschaffung der Praxisgebühr weniger relevant

Die Abschaffung der in der Öffentlichkeit häufig kritisierten Praxisgebühr landete bei den Befragten nur auf Platz vier der Liste: 71 Prozent sprachen sich dafür aus. Demnach scheinen 10 Euro pro Quartal vielen Versicherten im Vergleich zu anderen Gesundheitskosten überschaubar. Knapp dahinter, auf dem fünften Rang, rangiert mit 70 Prozent der Wunsch nach voller Kostenübernahme für Heil- und Hilfsmittel. 

Nicht unter den Top 5, aber weitere Plätze auf der Wunschliste belegten die Kostenbeteiligung für alternative Heilmethoden und Heilmittel (Platz sechs mit 62 Prozent), Kostenübernahme für Fahrten zur ambulanten Behandlung (Platz sieben mit 53 Prozent) und für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente (Platz acht mit 28 Prozent). Aufgrund der geringeren Häufigkeit bei der Inanspruchnahme liegen die Kostenübernahme für eine Sterilisation (23 Prozent) und für künstliche Befruchtungen (21 Prozent) erwartungsgemäß auf den letzten beiden Plätzen der Wunschliste.

Unterschiede bei Männern und Frauen

Bei den Top 5-Wünschen sind sich Männer und Frauen übrigens weitestgehend einig. Auf alternative Heilmethoden und Heilmittel wie Akupunktur oder Homöopathie (Platz sechs) legen Frauen etwas mehr Wert als Männer. Und auch bei den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten erwarten Frauen mehr Leistungen von ihrer Krankenversicherung als Männer.

Um die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu schließen, haben bereits rund ein Drittel der Versicherten eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Bei ihnen fragte die HanseMerkur nach, welche Leistungen sie damit abgedeckt haben. Übereinstimmend mit den Top 5-Wünschen aller Befragten haben sich diejenigen mit privatem Ergänzungsschutz vor allem im stationären Bereich abgesichert: von der Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer über die freie Wahl des Krankenhauses bis zur Chefarztbehandlung. Daneben gehört auch die volle Kostenerstattung für Zahnersatz bei den Befragten zu den wichtigsten Leistungen einer privaten Zusatzversicherung.

Immer mehr Leistungen werden privat abgesichert

In den vergangenen Jahren haben Zusatzversicherungen einen deutlichen Zuwachs erfahren, nicht zuletzt durch Einschnitte im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Zudem ist es durch Kooperationen zwischen gesetzlichen Kassen und privaten Krankenversicherern deutlich leichter geworden, bestimmte Zusatzleistungen individuell abzusichern.

    
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P.E.G. aktuell - Bayerische Kliniken erwarten transparente und verlässliche Gesundheitspolitik

Freitag, 04. Dezember 2009

Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 4.12.2009 gelesen, hier folgende Meldung:

Die Vertreter der bayerischen Krankenhäuser haben von der Bundesregierung eine transparente und verlässliche Gesundheitspolitik gefordert. Auf der Mitgliederversammlung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) heute in München, mahnten Vorstand und Geschäftsführung einen ausreichenden Korrekturbedarf nach „vielen Jahren turbulenter und oft nicht konsequent zu Ende gedachter Kostendämpfungspolitik” an.
Der BKG-Vorsitzende Franz Stumpf forderte die Entlastung der Kliniken vom Morbiditätsrisiko. “Es ist völlig inakzeptabel, wenn die Kliniken für die zunehmenden und schwereren Erkrankungen einer alternden Gesellschaft haften müssen”, sagte Stumpf.
Eine klare Absage erteilte er auch den Ideen um einen Preiswettbewerb mit Rabattverträgen zwischen Klinken und Krankenkassen: „Wenn der neue Gesundheitsminister Rösler die alten Ideen seiner Vorgängerin Ulla Schmidt wieder ausgräbt, um damit vielleicht sogar noch Einsparungen realisieren zu können, stehen Qualität und Planungssicherheit der gesamten stationären Gesundheitsversorgung auf dem Spiel.” Den bayerischen Gesundheitsminister, Markus Söder, forderte Stumpf auf, ausreichende Investitionsmittel für die Kliniken im Freistaat zur Verfügung zu stellen: „Wir wissen um die schwierigen Rahmenbedingungen in der Wirtschaftskrise, aber die Kliniken als größter Bereich in der Wachstumsbranche Gesundheitswesen können nur Motor für den medizinischen Fortschritt sein und eine ausreichende und qualitative stationäre Versorgung mit höchster Qualität nur dann sichern, wenn ihnen wieder mehr Investitionsmittel zur Verfügung gestellt werden.”

BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein wies am Rande der Mitgliederversammlung auf den drohenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen hin. Das Problem um fehlende Ärzte und Fachpersonal in der Pflege und den medizinisch-technischen Bereichen werde auch dadurch verstärkt, dass die eigentlich politisch gewollte Verzahnung des ambulanten mit dem stationären Gesundheitswesen in der Praxis auf viele Widerstände stoße. „Wir müssen die strikte Trennung von ambulantem und stationärem Bereich schnellstens aufbrechen und die personellen Ressourcen und das Know-how beider Sektoren gewinnbringend für den Patienten bündeln”, sagte Hasenbein.
   
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