P.E.G. aktuell - Schuldzuweisungen in Debatte um “Klinik-Kopfgelder”
Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 01.09.2009 gelesen, hier folgende Meldung:
Politik, Krankenhäuser, Ärzte und Verbände schieben sich in der aktuellen Debatte um sogenannte „Einweiser-Provisionen” oder „Kopfgelder” gegenseitig die Schuld zu. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ) hatte gestern über die inzwischen gängige Praxis von Kliniken berichtet, niedergelassenen Ärzten eine Provision für die Einweisung von Patienten zu zahlen (bibliomed.de berichtete).
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte die Provisionen gegenüber der FAZ „klar berufsrechtswidrig” und forderte Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) und Berufsverbände auf, derartige Praktiken „so schnell wie möglich” zu unterbinden. Auch das Annehmen von Vergütungen durch die Krankenhäuser für Leistungen, die ohnehin schon durch KVen und Kassen vergütet werden, sei nicht akzeptabel.
Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, versicherte, DKG und Ärztekammer würden ihrer Pflicht „im Schulterschluss” nachkommen. Zugleich gab er der Politik die Schuld an der kritisierten Entwicklung. „Um es ganz klar zu sagen, die Politik hat durch einen überhitzten Wettbewerb die niedergelassenen Ärzte möglicherweise zur verzweifelten Suche nach Wettbewerbsvorteilen animiert”, sagte Kösters der FAZ gestern. Bereits zuvor hatte er eine zunehmende Tendenz von Einweiser-Provisionen bestätigt, allerdings unter dem Verweis, dass der Druck hierfür von den Ärzten ausgehe, die den Kliniken drohten, die Patienten ansonsten in anderen Häusern unterzubringen.
Der Generalsekretär des Verbandes der Universitätskliniken (VUD), Rüdiger Strehl, kritisierte hingegen Kassen und Krankenhausgesellschaften, zu wenig getan zu haben und zu spät gegen die „Kopfgelder” vorgegangen zu sein. „Versuche, die Landeskrankenhausgesellschaften und die DKG zu sensibilisieren, sind zunächst im Sande verlaufen, weil offenkundig einige Krankenhäuser aktiv und offensiv diese Zuweiserprämien zur Rekrutierung von vollstationären Patienten eingesetzt haben”, sagte Strehl gestern in Berlin.
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Tags: Krankenhaus, Krankenkassen