P.E.G. aktuell - Gutachter bescheinigen gravierende Mängel und Probleme

Wie im Newsletter der Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH vom 23.07.2009 gelesen, hier folgende Meldung:

Das vor zwei Tagen vorgestellte Gutachten der Professoren Rürup und Wille sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des IGES Institutes (bibliomed.de berichtete) wird unterschiedlich gedeutet. Während die Auftraggeber in Bundesfinanz- und Bundesgesundheitsministerium ihre Gesundheitspolitik durch den Bericht bestätigt und „auf dem richtigen Weg” sehen, zitierte etwa die „Ärzte Zeitung” gestern eingehender aus dem mehr als 260 Seiten umfassenden Abschlussbericht und deutete diesen als klaren „Rüffel” in Richtung Berlin. Der Deutschen Krankenhausgesellschaft wiederum war die Expertenanalyse, die sich nicht zuletzt auch ausgiebig mit dem Krankenhaussektor beschäftigt, keine eine Stellungnahme wert.
Für den ambulanten Sektor konstatierten die Verfasser des Gutachtens „beispielsweise gravierende Organisations- und Qualitätsmängel und damit Effizienzprobleme”, schreibt die Tageszeitung für Ärzte. Ein „Dorn im Auge” sei den Wissenschaftlern auch die Monopolstellung des Deutschen Hausärzteverbandes zum Abschluss von Hausarztverträgen nach Paragraf 73b des Sozialgesetzbuches V. „Für eine solche Priorisierung sprechen beim derzeitigen Informationsstand vor allem hierzulande auch keine empirisch fundierten Erkenntnisse”, zitiert die Ärzte Zeitung aus dem Bericht. Die Gutachter fordern zudem die Einführung des Verbotsvorbehaltes für den ambulanten Sektor, da größere ambulante Einheiten zunehmend im Stande seien, moderne Behandlungsmethoden genauso qualifiziert anzuwenden wie Krankenhäuser.

Die stationäre Versorgung betreffend „zeigen sich die Gutachter enttäuscht” von der Gesundheitspolitik, da der Einstieg in die monistische Finanzierung nicht gelungen sei. Laut Ärzte Zeitung, weil Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit diesbezüglichen Plänen am Koalitionspartner gescheitert sei. Trotz eines starken Produktivitätsanstieges bescheinigen die Gutachter dem Kliniksektor Überkapazitäten, suboptimale Angebotsstrukturen und in der Folge einen dysfunktionalen Wettbewerb. Alles in allem eine „durchwachsene Bilanz” der Gesundheitspolitik der Großen Koalition.

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